Tattoos haben eine lange Geschichte und sind nicht nur Körperschmuck, sondern können auch religiöse, kulturelle oder soziale Erkennungsmerkmale sein. In jedem Falle sind sie Teil eines Kunstwerks, das im Zusammenhang mit dem Körper des Tätowierten entsteht. Dabei ist es egal, wie „gut“ oder „schlecht“ das einzelne Tattoo ist – die Summe der Tattoos machen das Kunstwerk aus, nicht die Qualität des einzelnen.

Es ist unklar, wo genau Tattoos ihren Ursprung haben. Laut Wikipedia hat sich die Tradition, sich mit Tinte unter der Haut zu kennzeichnen, unabhängig voneinander auf mehreren verschiedenen Kontinenten entwickelt. So soll bereits der Ötzi vor über 5000 Jahren rudimentäre Tattoos gehabt haben und auch die alten Ägypter schmückten sich mit den Zeichnungen unter der Haut.

In jedem Fall dienten Tattoos als Talisman, aber auch als Kennzeichen für andere.

Die verschiedenen Arten von Tattoos

Es gibt eine Vielzahl an verschiedenen Tattoos:

  • religiöse Tattoos – teils als Talisman, teils als Warnung vor Ketzern
  • Gang-Tattoos, die den Träger einer bestimmten Gang zuordnen
  • Stammes-Tattoos, durch die der Träger z.B. zum Mann wird
  • Knast-Tattoos
  • Tattoos als Kunstform

Auf die letzten beiden soll im Folgenden etwas näher eingegangen werden.

Knast-Tattoos

Woher der Brauch kam, Straftäter mit einem Tattoo zu kennzeichnen, ist unklar. Aber vor allem in russischen Dulags waren Tätowierungen sozusagen der Lebenslauf des Trägers. Jeder Betrachter konnte anhand der Tattoos eines Häftlings ablesen, wofür er im Gefängnis saß, zu welcher Familie er gehörte und ob er eine Gefahr darstellte oder nicht. Diese Art der Kennzeichnung findet sich auch in den modernen Gang-Tattoos wieder. Viele klassische russische Knast-Tattoos sind heutzutage Mode.

Tattoos als Kunstform

Mit immer besserer Technik wurden auch die tätowierten Motive immer kunstvoller. So nennen sich viele Tätowierer heute „Tattoo-Künstler“ und nutzen die Haut als Leinwand für ihre Werke. Statt mit Farbe und Pinsel arbeiten sie mit Farbe und Nadel, um ein Kunstwerk zu schaffen, das nicht nur ihrem eigenen Anspruch gerecht wird, sondern auch den Charakter und die Wünsche des Kunden widerspiegel. Tätowierungen sind heutzutage schon fast als eine Art moderner Portraits: der Künstler muss es schaffen, die Eigenheiten des Kunden zu treffen und für die Welt zu konservieren. So ist es also durchaus gerechtfertigt, sich als Tattoowierer als Künstler zu verstehen. Denn wie bereits erörtert ist „Kunst nicht für jeden gleich, sondern wirkt auf jeden Betrachter neu“ (artgeneve13.ch/article-1).